Trikonasana und die Weite der Atmung


In Trikonasana kann die Flanke in einer großen Offenheit und Weite erlebt werden. Während der Unterkörper stabil im gegrätschten Beinstand ruht, wird aus der Mitte des Rückens heraus der gesamte Brustkorb in eine seitliche Ausdehnung geführt, die sich bis in den Arm hinein weit nach außen fortsetzt.

 

Der Atem kann durch den weit ausgedehnten Brustkorb ungehindert in die obere, mittlere und untere Brustregion einströmen. In der vertikalen Mittenstellung erreicht er auch den Bauchraum.

 

Je freier der Atem wird, umso gelöster von den Körperbedingungen lässt sich auch die Bewegung erleben. Um dies zu erreichen, wird die Übung nicht aus einem einseitigen Willensimpuls heraus getätigt. Vielmehr ist ein Gedanke führend, der vorher gefasst wird und sich in der Übung körperlich ausdrückt. Am Beispiel von „trikonasana“, dem Dreieck ist es die Gliederung in drei Regionen: der stabile Stand, die Dynamik aus der Mitte und die Leichtigkeit im Schulter-Nacken-Bereich.

 

Mit der Weite des Atems entsteht auch leichter eine gedankliche Weite. Die Gedankentätigkeit setzt dann nicht im eigenen subjektiven Erleben an. Die Aufmerksamkeit kann besser beobachtend im Außen gehalten werden. Die Erscheinungen der Welt können objektiv und freier von eigenen Projektionen über die Sinne einströmen, die Wahrnehmungsfähigkeit sensibilisieren und das innere Erleben, die eigene Gefühlswelt bereichern.

 

Das Denken und das Fühlen werden aktiver und auf dieser Grundlage kann auch der Wille wieder neu in freieren Handlungen ergriffen werden.

 

 

Der freie Atem wird in vielen Übungsbeispielen in dem Buch „Der freie Atem und der Lichtseelenprozess“ von Heinz Grill ausführlich beschrieben.